Hausstauballergie bei Kindern

Hausstauballergie bei Kindern

Auch bei Kindern ist eine Hausstauballergie keine Seltenheit. Schnupfen, Niesattacken und Augenjucken – die Allergiesymptome an sich sind oft schon belastend genug. Sie können jedoch auch den Schlaf beeinträchtigen und dazu führen, dass die betroffenen Kinder tagsüber müde sind und sich zum Beispiel in der Schule schlechter konzentrieren können.

Hausstauballergie bei Kindern: Ursachen

Mit dem bloßen Auge sind sie nicht zu erkennen – und doch stellen sie für viele allergiekranke Kinder ein großes Problem dar: Hausstaubmilben. Die winzigen Spinnentierchen leben im Hausstaub und nisten sich bevorzugt in Matratzen, Kissen und Polstermöbeln sowie schweren Vorhängen oder Kuscheltieren ein. Vor allem die Hinterlassenschaften der ungebetenen Gäste, der Milbenkot, löst bei betroffenen Kindern die allergischen Beschwerden aus.

Gut zu wissen: Hausstaub ist ein Gemisch, das sich aus verschiedensten Bestandteilen zusammensetzt. Neben Hautschüppchen können zum Beispiel auch Tierhaare und Schimmelpilze enthalten sein. Allerdings gelten Hausstaubmilben, insbesondere ihr Kot, als der wichtigste Auslöser von allergischen Symptomen.

Doch warum reagieren nur manche Kinder allergisch? Die genauen Ursachen dafür, dass sich eine Allergie entwickelt, sind bis heute noch nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass vor allem eine erbliche Veranlagung und verschiedene Umweltfaktoren (z. B. Schadstoffe in der Luft, übertriebene Hygiene) eine wichtige Rolle spielen.

Hausstaubmilben:
Hier tummeln sie sich
Matratze
Kissen und Bettzeug
Kuscheltier & Co.
Teppiche
Vorhänge

Wichtig: Falls Sie den Verdacht haben, Ihr Kind könnte allergisch auf Hausstaubmilben reagieren, sollten Sie sich an Ihren Kinderarzt wenden. Gemeinsam können Sie besprechen, welche Untersuchungen erforderlich sind, um die Beschwerden abzuklären. Mehr über die Diagnose von Allergien

Symptome bei Hausstauballergie

Kurze Zeit nach dem Kontakt mit den Milbenallergenen stellen sich bereits allergische Symptome ein: Die Nase läuft, es kommt zu Niesanfällen und die Augen tränen und jucken.

Typisch ist, dass die Allergiesymptome vor allem nachts und morgens nach dem Aufwachen besonders stark ausgeprägt sind. Das ist damit zu erklären, dass während des Schlafs besonders langer und intensiver Kontakt zu den Milbenallergenen im Bett besteht.

Bei betroffenen Kindern kann eine Hausstauballergie auch Schlafstörungen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen hervorrufen und so in der Schule zu erheblichen Beeinträchtigungen führen.

Bei längerem Bestehen der Erkrankung wird der anfängliche Fließschnupfen oft von einer dauerhaft verstopften Nase abgelöst. Ein trockener Reizhusten und Atembeschwerden weisen darauf hin, dass auch die Bronchien allergisch reagieren. Bei manchen Patienten entwickelt sich mit der Zeit ein allergisches Asthma.

Bei Kindern, die zusätzlich an einer Neurodermitis leiden, kann die allergische Reaktion gegen Hausstaubmilben den Hautzustand verschlechtern und einen Neurodermitis-Schub auslösen.

Symptome bei Hausstauballergie

Hauptsymptome

  • Schnupfen (Laufende und/oder verstopfte Nase)
  • Niesreiz und juckende Nase
  • Tränende, gerötete und juckende Augen

Mögliche weitere Symptome

  • Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Trockener Husten
  • Starke Atembeschwerden bis hin zur Atemnot
  • Juckreiz der Haut mit Rötungen und Quaddeln (selten)

Mögliche Begleitsymptome

  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Appetitlosigkeit

Hausstauballergie bei Kindern – was tun?

Hat der Arzt die Allergiediagnose gestellt, sollte eine konsequente Behandlung erfolgen. Diese umfasst drei wichtige Therapiebausteine:

Der Kontakt zu den Milbenallergenen sollte so gut wie möglich vermieden werden. Daher gilt es zunächst einmal, die Milbenbelastung in der Wohnung zu reduzieren (Milbensanierung) und Milbenallergene durch entsprechende Reinigungsmaßnahmen regelmäßig zu entfernen. Auf diese Weise kann oft eine Besserung der Symptome erreicht werden.

Wenn akute Beschwerden wie Schnupfen, Augentränen und Niesreiz auftreten, sollten diese mit geeigneten Antiallergika (z. B. Antihistaminika in Form von Nasenspray, Augentropfen oder Tabletten) behandelt werden. Wichtig: Besprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder Apotheker, welche Medikamente und Wirkstoffe in welcher Dosierung für Ihr Kind geeignet sind.

Für Kinder ab etwa fünf bis sechs Jahren bietet die sogenannte spezifische Immuntherapie eine langwierige, aber ursächliche Behandlung der Hausstaubmilbenallergie. Dazu werden über einen Zeitraum von mehreren Jahren regelmäßig kleine Dosen des Allergens kontrolliert verabreicht. Auf diese Weise soll sich das Immunsystem des Kindes an die Milbenallergene gewöhnen. Ziel ist es, dass die allergischen Symptome bei Kontakt mit Milbenallergenen stark reduziert werden oder sogar ganz ausbleiben. Diese Form der Behandlung ist speziell in jungen Jahren besonders erfolgversprechend.

Hausstauballergie bei Kindern: Tipps für Eltern

Diese Tipps haben sich bewährt, um die Milbenkolonien zu reduzieren und akute Allergiesymptome zu lindern.

Milbensanierung: Fokus Kinderbett

Fangen Sie am besten beim Kinderbett an: Denn hier tummeln sich die ungebetenen Gäste in besonders hoher Anzahl – und der Kontakt zu den Allergenen ist hier lange und intensiv. Diese Tipps werden empfohlen:

  • Bettzeug jeden Morgen aufschütteln und auslüften lassen: Das hilft gegen das feucht-warme Milieu, das nachts durch Körperwärme und Atmung entsteht.
  • Bettwäsche wöchentlich wechseln: Waschen Sie die Bettbezüge wöchentlich (60 Grad Celsius, 60 Minuten), um lebende Tiere abzutöten und Milbenallergene zu entfernen.
  • „Encasings“ verwenden: Milbendichte Bezüge für Matratze und Bettzeug halten Milbenallergene im Inneren zurück und verringern so den Kontakt. Zudem können Sie helfen, die Milben „auszuhungern“, indem sie ihnen den Zugang zu ihrer Hautnahrungsquelle – den Hautschüppchen im Bett – erschweren.
  • Pyjama mit langen Ärmeln und Hosenbeinen: So gelangen weniger Hautschüppchen ins Bett.

Staubfänger verbannen

In Staubfängern wie Decken, Teppichböden und Kissen fühlen sich die Milben besonders wohl – sie sollten also besser aus dem Kinderzimmer verbannt werden. Da sich Staub und Flusen auch in Vorhängen und offenen Regalen ansammeln, sollten auch diese besser vermieden werden. Tierfelle, Decken aus Schafwolle und Topfpflanzen gehören ebenfalls nicht in das Zimmer von kleinen Allergiepatienten. Grundsätzlich sollten sowohl das Kinderzimmer als auch alle anderen Wohnräume mehrmals täglich stoßgelüftet werden.

Gut zu wissen: Da es praktisch unmöglich ist, die Wohnung komplett staub- und milbenfrei zu bekommen, treten bei vielen kleinen Allergiepatienten immer wieder akute Beschwerden auf. Diese lassen sich durch altersgerechte Allergiemedikamente zuverlässig lindern. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.

Lorano®Pro Lösung

Für Kinder ab 2 Jahren heißt die Lösung bei Tierhaar-Allergie: Lorano®Pro Lösung. Das Antihistaminikum der neuen Generation (Wirkstoff: Desloratadin) lindert Allergie-Symptome an Nase und Augen bereits nach 30 bis 60 Minuten – und das, ohne schläfrig zu machen (Häufigkeit Schläfrigkeit auf Placeboniveau, Häufigkeit Müdigkeit 1,2%).

Für eine kinderleichte Einnahme sorgt nicht nur die beiliegende Dosierspritze, sondern auch der angenehme Fruchtgeschmack. 1x täglich genügt!

Gut zu wissen: Lorano®Pro Lösung lindert auch Quaddeln und juckende Haut, also Symptome der Nesselsucht, die bei einer Hausstaub-Allergie begleitend auftreten kann.

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Staub und Milbenallergene entfernen

Reinigen Sie das Kinderzimmer und die anderen Wohnräume regelmäßig und gründlich. Denn so lassen sich tote Tiere und Milbenkot entfernen – das reduziert die Allergenbelastung in der Wohnung deutlich.

  • Glatte Böden: Alle ein bis zwei Tage feucht wischen.
  • Teppichböden: Teppichböden mehrmals pro Wochen saugen.
  • Regale und Flächen: Am besten täglich mit einem feuchten Lappen reinigen, keinen Staubwedel verwenden.
  • Waschbare Textilien: Heißes Waschen (60 Minuten bei mind. 60 Grad Celsius) tötet Hausstaubmilben ab und entfernt gleichzeitig die Milbenallergene.

Staubsauger sollten mit geeigneten Feinstaubfiltern (HEPA-Filter) ausgestattet sein, die spätestens alle vier Wochen ausgewechselt werden müssen. Reinigen Sie die Wohnung am besten, wenn Ihr Kind außer Haus ist.

Kuscheltier bei Hausstauballergie?

Auch Teddy, Knuddelhase & Co. gehören zu den Staubfängern und werden gerne von Milbenkolonien bevölkert. Aus rein medizinischer Sicht spricht also alles gegen die kleinen Schmusetiere. Doch was tun, wenn das Plüschtier nun einmal der beste Freund in allen Lebenslagen und deshalb einfach unverzichtbar ist? Diese Tipps haben sich bewährt:

  • Achten Sie darauf, dass das Kuscheltier heiß gewaschen werden kann. Ein Waschgang (60 Minuten bei 60 Grad Celsius) tötet die Milben ab und entfernt die Milbenallergene – die Prozedur sollte regelmäßig wiederholt werden.
  • Auch in der Tiefkühltruhe oder im Trockner können die Milben abgetötet werden, wenn Kälte bzw. Hitze ausreichend lange einwirken. Der Nachteil: Im Gegensatz zum Waschen werden die Allergene bei der alleinigen Temperaturbehandlung nicht entfernt.

Hyposensibilisierung

Diese Form der Behandlung – auch spezifische Immuntherapie genannt – ist speziell im Kindes- und Jugendalter besonders erfolgversprechend. Ziel ist es, dem Immunsystem die Allergie „abzugewöhnen“: Durch die regelmäßige Verabreichung kleiner Allergenmengen unter ärztlicher Kontrolle soll die allergische Reaktion so weit abgemildert werden, dass gar keine oder deutlich weniger Symptome auftreten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Hyposensibilisierung auch präventive Effekte hat und neuen Allergien sowie der Entwicklung eines allergischen Asthmas vorbeugen kann.

Gut zu wissen: Eine Hyposensibilisierung kann in der Regel bei Kindern ab etwa fünf bis sechs Jahren durchgeführt werden.

Häufige Fragen rund um die Hausstauballergie

In der frühen Krankheitsphase ähneln die allergischen Symptome jenen eines Heuschnupfens oder einer Erkältung. Fließschnupfen, Niesreiz und tränende Augen zählen zu den klassischen Beschwerden. Im Gegensatz zu einer Erkältung jucken Nase und Augen häufig. Und anders als bei Heuschnupfen treten die Symptome einer Hausstauballergie ganzjährig auf und sind morgens, abends und nachts besonders stark ausgeprägt. Viele Betroffene klagen infolge der Allergie auch über Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Müdigkeit. Wenn die Allergie länger besteht, ist die Nase oft dauerhaft verstopft. Mehr erfahren

Ein wichtiger Grundpfeiler der Behandlung ist die Reduktion der Milbenbelastung in den eigenen vier Wänden. Da man die kleinen Mitbewohner trotz aller Anstrengungen nicht vollständig los wird, ist es immer wieder notwendig, akute allergische Symptome mit Medikamenten zu behandeln. Das ist auch wichtig, um die Entzündung in den Atemwegen zu lindern – denn die kann auf Dauer Schäden anrichten. Mehr erfahren

Der Lieblingsplatz der allergieauslösenden Milben ist unser Bett – speziell in der Matratze tummeln sich die ungebetenen Gäste in hoher Dichte. Der Schlafplatz ist daher ein wichtiger Angriffspunkt für die Anti-Milben-Maßnahmen: Wöchentliches heißes Waschen der Bettwäsche kann die Milbenzahl verringern. Um den Kontakt mit den Milbenallergenen so gut wie möglich zu vermeiden, sollte die Matratze und das Bettzeug mit speziellen Schutzbezügen (Encasings) ausgestattet werden – sie halten die allergieauslösenden Bestandteile im Inneren. Mehr erfahren

Grundsätzlich können Allergien in jedem Alter auftreten – und wieder verschwinden. Da bei älteren Menschen das Immunsystem schwächer wird, beobachtet man oft eine Besserung von Allergien. Doch auch der umgekehrte Fall, nämlich dass eine Allergie erst im Alter auftritt, ist keine Seltenheit.

Hätten Sie's gewusst?

Mehr als 20 Prozent der Kinder und über 30 Prozent der Erwachsenen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer allergischen Erkrankung. Am häufigsten kommt der Heuschnupfen vor.

In den westlichen Industrieländern ist die Zahl der Allergiker in den vergangenen Jahrzehnten teils um das Zwanzigfache gestiegen.

Ist ein Elternteil allergisch, liegt das Allergierisiko des Kindes bei rund 20 Prozent. Haben beide Elternteile eine Allergie, steigt das Risiko sogar auf über 50 Prozent an.

Im Kindesalter sind Jungen häufiger von Allergien betroffen als Mädchen. Ab der Pubertät kehrt sich das Verhältnis um.

Die einzige Möglichkeit zur ursächlichen Behandlung von Allergien ist die sogenannte Hyposensibilisierung.

Im Schnitt leben zwei bis zehn Millionen Hausstaubmilben in einer Matratze. Eine solche Population kommt sechs Wochen lang mit einem Gramm menschlicher Hautschuppen als Nahrung aus.

Der Begriff „Tierhaarallergie“ ist eigentlich falsch. Denn tatsächlich reagieren Allergiker auf bestimmte Eiweiße, die sich zum Beispiel in Speichel, Talg oder den Hautschuppen der Tiere befinden.

Echte Nahrungsmittelallergien kommen eher selten vor. Nur etwa drei Prozent der Erwachsenen sind betroffen. Hinter den Beschwerden stecken meist andere Ursachen – zum Beispiel Unverträglichkeiten oder eine Kreuzallergie.

Ähnlich wie bei anderen Hauterkrankungen kann Stress auch bei Nesselsucht die Symptome verschlimmern oder akute Schübe auslösen.