Nasenspray bei Heuschnupfen

Nasenspray bei Heuschnupfen

Autoren: Tatiana Schmid, Jennifer Hamatschek Stand: 11.05.26

Bei allergischem Schnupfen (allergischer Rhinitis) kommen häufig Nasensprays zur Behandlung der akuten Beschwerden zum Einsatz. Doch Nasenspray ist nicht gleich Nasenspray – es gibt Präparate mit verschiedenen Wirkstoffen: Antihistaminika, nasale Glukokortikoide oder Wirkstoffkombinationen können infrage kommen. Erfahren Sie hier mehr über die Unterschiede.

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Pollenallergie: Nasensprays für Allergiker

Nasensprays bieten bei einer Pollenallergie die Möglichkeit einer lokalen Behandlung der akuten Symptome. Zur Auswahl stehen verschiedene Wirkstoffe, die sich z. B. in Bezug auf Wirkweise, Wirkeintritt und Wirkdauer unterscheiden.

Nasensprays mit einem Antihistaminikum bei Heuschnupfen:

  • Wirkstoffe: H1-Antihistaminika zur Anwendung in der Nase
  • Wirkweise: Blockieren den Botenstoff Histamin, der für die Auslösung von allergischen Beschwerden mitverantwortlich ist.
  • Wann geeignet? Bei akuten Beschwerden bzw. „nach Bedarf“, da sie sehr schnell wirken.
  • Wichtig: Im Vergleich zu kortisonhaltigen Nasensprays sind sie wesentlich schwächer wirksam und müssen in der Regel mehrmals täglich angewendet werden.

Kortisonhaltige Nasensprays bei Heuschnupfen:

  • Wirkstoffe: intranasale Glukokortikoide
  • Wirkweise: Wirken antiallergisch und haben zusätzlich einen starken entzündungshemmenden Effekt auf die Nasenschleimhaut.
  • Wann geeignet? Während der gesamten Pollensaison.
  • Wichtig: Sie wirken nicht sofort – es dauert einige Zeit, bis sich die volle Wirkung aufbaut.

Nasensprays mit einer Wirkstoffkombination:

  • Wirkstoffe: Kombination aus Antihistaminikum und intranasalem Glukokortikoid
  • Wirkweise: Schnelle antiallergische Wirkung durch Antihistaminikum kombiniert mit starken antientzündlichen Effekten durch das enthaltenen Glukokortikoid
  • Wann geeignet? Wenn die Behandlung mit einem einzelnen Wirkstoff nicht ausreicht, um die Symptome ausreichend zu lindern.
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Wann geeignet?Zur Behandlung typischer Heuschnupfensymptome unabhängig von Stärke und Dauer des Heuschnupfens.1Bei mittelschweren bis schweren Heuschnupfensymptomen, wenn die Behandlung mit einem Wirkstoff allein nicht ausreicht.2
WirkstoffMometasonAzelastin + Fluticason
Wirkstoff­gruppeGlukokortikoidKombination aus Antihistaminikum + Glukokortikoid
Darrei­chungsformNasensprayNasenspray
Anwendungs­gebietHeuschnupfen
(saisonale allergische Rhinitis)1
Heuschnupfen2
(saisonale allergische Rhinitis)
Vorteile
  • Nur 1 x täglich sprühen - 24 Stunden wirksam
  • Wirkstark
  • Bei allen Symptomstärken geeignet
  • Vereint Schnelligkeit und Stärke in einem Spray
  • Mit zwei Wirkstoffen – zweifach stark3
  • Schnell - wirkt in 5 Minuten4
  • Gegen mittelschwere bis schwere Heuschnupfensymptome2
WirkortNase und AugenNase und Augen
WirkeintrittErste Effekte sind am 1. Behandlungstag zu erwarten Nach 12 bis 48 Stunden nachhaltige Symptomlinderung. Bei regelmäßger Anwendung steigert sich die Wirkung über einen Zeitraum von mehreren Wochen kontiniuerlich.Erste Effekte sind in der Regel schon in 5 Minuten zu erwarten. Nach 15 Minuten relevante Symptomlinderung. Bei regelmäßiger Anwendung steigert sich die Wirkung über einen Zeitraum von mehreren Wochen kontinuierlich.
Alterab 18 Jahrenab 18 Jahren
Dosierung1 x täglich:
1 bis 2 Sprühstöße pro Nasenloch
2 x täglich:
1 Sprühstoß pro Nasenloch
Verträg­lichkeitgutgut
Für Langzeit­anwendung geeignetJa, über die ganze AllergiesaisonJa, über die ganze Allergiesaison
Gewöhnungs­effektNeinNein
Gut zu wissenMometason wirkt als Glukokortikoid stark entzündungshemmend und reduziert die allergiebedingte Schwellung der Nasenschleimhaut.Synergistische (ergänzende) Wirkung durch zwei Wirkmechanismen:
  • Das Antihistaminikum Azelastin wirkt antiallergisch
  • Das Glukokortikoid Fluticason besitzt stark entzündungshemmende Eigenschaften
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  • Nur 1x täglich sprühen
  • 2-in-1 Effekt: Befreit die Nase und beruhigt die Augen
  • Wirkstark
  • Vereint Schnelligkeit und Stärke in einem Spray
  • Mit zwei Wirkstoffen – zweifach stark3
  • Schnell - wirkt in 5 Minuten4
  • 1 Bei Erwachsenen nach Erstdiagnose der saisonalen allergischen Rhinitis durch einen Arzt
  • 2 Bei Erwachsenen nach Erstdiagnose der saisonalen allergischen Rhinitis durch einen Arzt, wenn die Behandlung mit einem einzelnen Wirkstoff (intranasales Antihistaminikum oder Glukokortikoid) allein nicht als ausreichend erachtet wird.
  • 3 Stärker als Fluticason alleine, stärker als Azelastin alleine
  • 4 Erste Linderung in 5 Minuten. Regelmäßige Anwendung über mehrere Tage steigert die Wirkung.

Weitere Nasensprays bei Heuschnupfen

Nasensprays mit Mastzellstabilisatoren

  • Wirkstoffe: z. B. Cromoglicinsäure, Nedocromil
  • Wirkweise: Mastzellstabilisatoren hemmen die Ausschüttung von Histamin aus den Mastzellen und können so allergischen Reaktionen vorbeugen. Wenn die allergischen Prozesse allerdings bereits in Gang gekommen sind, ist kurzfristig nicht mit einer Linderung der Symptome zu rechnen.
  • Wann geeignet? Als Option, wenn andere Medikamente nicht eingesetzt werden können, z. B. in der Schwangerschaft oder bei Kleinkindern (nur nach Rücksprache mit dem Arzt!).
  • Wichtig: Nasensprays mit Cromonen sind deutlich schwächer wirksam als solche mit Antihistaminika oder Glukokortikoiden. Aufgrund ihrer Wirkweise sollten diese Präparate bereits eine Woche vor Beginn der Allergiesaison und mehrmals täglich angewendet werden.

Abschwellende Nasensprays

  • Wirkstoffe: z. B. Xylometazolin, Oxymetazolin, Ephedrin, Epinephrin
  • Wirkweise: Abschwellung der Nasenschleimhaut. Keine antiallergischen Effekte.
  • Wann geeignet? Dank ihrer abschwellenden Wirkung auf die Nasenschleimhaut befreien sie schnell die verstopfte Nase. Daher können sie ggf. für einen kurzzeitigen Einsatz zu Beginn der Heuschnupfen-Behandlung sinnvoll sein.
  • Wichtig: Abschwellende Nasensprays sind nicht zur Dauertherapie geeignet. Bei unsachgemäßem Gebrauch kann es zu einem Gewöhnungseffekt kommen.

Salzwasser-Nasensprays

  • Inhaltsstoffe: bzw. Meerwasserlösung
  • Wirkweise: Befeuchtung und Reinigung der Nasenschleimhaut. Keine antiallergische Wirkung.
  • Wann geeignet? Als unterstützende Zusatzbehandlung zu einer antiallergischen Behandlung sinnvoll.
  • Gut zu wissen: In der Regel spricht nichts gegen eine mehrmals tägliche Anwendung, auch über einen längeren Zeitraum. Es sind keine Gewöhnungseffekte zu befürchten.

NASENSPRAY IST NICHT GLEICH NASENSPRAY

Antihistaminika-Heuschnupfenspray

  • Antiallergische Wirkung
  • Schneller Wirkeintritt
  • 2 x tägliche Anwendung

Kortison-Heuschnupfenspray

  • Antiallergische und antientzündliche Wirkung
  • Starke Wirkung
  • 1 x tägliche Anwendung

Nasenspray mit einer Fixkombination

  • Antiallergische und antientzündliche Wirkung
  • Vor allem bei starkem Heuschnupfen geeignet
  • In der Regel 2-mal tägliche Anwendung

Heuschnupfenspray mit sog. Cromonen

  • Antiallergische Wirkung
  • Schwache Wirkung (vorbeugender Einsatz)
  • Mehrmals tägliche Anwendung

Abschwellendes Schnupfenspray

  • Keine antiallergische Wirkung
  • Abschwellender Effekt auf die Nasenschleimhaut
  • Nur für wenige Tage einsetzbar

Salzwasser-Nasenspray

  • Keine antiallergische Wirkung
  • Befeuchtung und Reinigung der Nasenschleimaut

Häufige Fragen rund um Heuschnupfen

Fließschnupfen, Niesreiz und tränende Augen – vor allem in der Anfangsphase werden Heuschnupfen-Symptome nicht selten mit einer Erkältung verwechselt. Eine eindeutige Diagnose kann nur der Arzt stellen. Die folgenden Hinweise können jedoch bei einer ersten Einschätzung helfen:

Heuschnupfen:

  • Die Symptome treten meist alle gleichzeitig und sehr plötzlich auf.
  • Anfallsartiges Niesen ist typisch für Heuschnupfen. Auch Juckreiz im Bereich von Nase, Augen und Rachen sind bei einer Pollenallergie besonders ausgeprägt.
  • Die Symptome verstärken sich bei Aufenthalt im Freien und lassen bei länger andauerndem Regen nach.
  • Heuschnupfen-Beschwerden können über Wochen oder sogar Monate bestehen.

Erkältung:

  • Die Symptome stellen sich nach und nach ein.
  • Erste Anzeichen sind meist ein Kratzen im Hals und Niesreiz. Anschließend stellen sich Schnupfen und Husten ein.
  • Nach spätestens zwei Wochen sollte eine Erkältung in der Regel abgeklungen sein.
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Grundsätzlich sollten Allergiker den jeweiligen Auslöser der Beschwerden meiden („Allergenkarenz“). Daher wird Heuschnupfen-Geplagten empfohlen, ihre Pollenbelastung mit bewährten Tipps so weit wie möglich zu reduzieren. Dennoch gelingt es in der Regel nicht, die Entwicklung von Allergiesymptomen vollständig zu vermeiden. Zur Linderung von akuten Beschwerden werden in der Regel Antihistaminika zum Einnehmen und/oder kortisonhaltige Nasensprays empfohlen. Nasensprays mit der Kombination aus einem Antihistaminikum und einem Glukokortikoid können insbesondere bei schwer ausgeprägten Symptomen sinnvoll sein, wenn diese auf die Behandlung mit einem Monopräparat (ein Wirkstoff alleine) nicht ausreichend ansprechen. Eine ursächliche Behandlung ist nur mit der sogenannten Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) möglich, die allerdings langfristig angelegt ist und akute Beschwerden nicht lindern kann. Mehr erfahren

Wie lange Ihre persönliche Heuschnupfen-Saison dauert, ist davon abhängig, auf welche Pflanzenpollen Sie allergisch reagieren. Grundsätzlich befinden sich fast das ganze Jahr über Pollen in der Luft. So fliegen bestimmte Baumpollen wie Hasel und Erle oft bereits ab Februar und erreichen ihren Höhepunkt im März, während die Hochsaison für Esche- und Birkenpollen meist im April beginnt. Sind Baumpollen-Allergiker im Mai also oft erlöst, beginnt für Gräser- und Kräuterpollen-Allergiker die Heuschnupfensaison erst so richtig. Der Höhepunkt ist in der Regel im Juni erreicht, Gräser- und Kräuterpollen befinden sich aber oft bis in den September hinein in der Luft.

Gut zu wissen: Je nach Witterung und Region muss hierzulande zwischen Dezember und Oktober mit Pollenflug gerechnet werden.

Das Immunsystem von Heuschnupfen-Geplagten reagiert überempfindlich auf bestimmte Pflanzenpollen. Es stuft die eigentlich harmlosen Pollen fälschlicherweise als schädlich ein und leitet eine Abwehrreaktion ein. In der Folge kommt es zu den typischen Heuschnupfen-Symptomen. Warum genau manche Menschen allergisch reagieren, ist bislang noch nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass neben einer genetischen Veranlagung auch äußere Einflussfaktoren (z. B. Luftverschmutzung, Tabakrauch) bei der Entstehung von Heuschnupfen zusammenwirken. Mehr erfahren

Das hängt vor allem davon ab, gegen welche Pollen man allergisch reagiert. Wenn Baumpollen die Beschwerden auslösen, ist im Frühjahr „Heuschnupfen-Saison“. Im Sommer sind vor allem die Pollen von Gräsern und Getreide in der Luft und Kräuter blühen bis in den späten Herbst hinein. Richtig Pech haben Heuschnupfen-Patienten, die auf mehrere Pollenarten reagieren, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten blühen.

Die Pollenbelastung in der Luft schwankt jedoch auch in Abhängigkeit von Wetter, Umgebung und Uhrzeit: An warmen und trockenen Tagen ist mit starkem Pollenflug zu rechnen. Bei Dauerregen hingegen können Heuschnupfen-Geplagte in der Regel aufatmen – denn dann werden die Pollen quasi „weggewaschen“. Darüber hinaus ist die Pollenbelastung in der Stadt vor allem abends hoch, während die Pollen auf dem Land verstärkt in den Morgenstunden fliegen.

Hätten Sie's gewusst?

Mehr als 20 Prozent der Kinder und über 30 Prozent der Erwachsenen erkranken im Laufe ihres Lebens an einer allergischen Erkrankung. Am häufigsten kommt der Heuschnupfen vor.

In den westlichen Industrieländern ist die Zahl der Allergiker in den vergangenen Jahrzehnten teils um das Zwanzigfache gestiegen.

Ist ein Elternteil allergisch, liegt das Allergierisiko des Kindes bei rund 20 Prozent. Haben beide Elternteile eine Allergie, steigt das Risiko sogar auf über 50 Prozent an.

Im Kindesalter sind Jungen häufiger von Allergien betroffen als Mädchen. Ab der Pubertät kehrt sich das Verhältnis um.

Die einzige Möglichkeit zur ursächlichen Behandlung von Allergien ist die sogenannte Hyposensibilisierung.

Im Schnitt leben zwei bis zehn Millionen Hausstaubmilben in einer Matratze. Eine solche Population kommt sechs Wochen lang mit einem Gramm menschlicher Hautschuppen als Nahrung aus.

Der Begriff „Tierhaarallergie“ ist eigentlich falsch. Denn tatsächlich reagieren Allergiker auf bestimmte Eiweiße, die sich zum Beispiel in Speichel, Talg oder den Hautschuppen der Tiere befinden.

Echte Nahrungsmittelallergien kommen eher selten vor. Nur etwa drei Prozent der Erwachsenen sind betroffen. Hinter den Beschwerden stecken meist andere Ursachen – zum Beispiel Unverträglichkeiten oder eine Kreuzallergie.

Ähnlich wie bei anderen Hauterkrankungen kann Stress auch bei Nesselsucht die Symptome verschlimmern oder akute Schübe auslösen.

Autoren, medizinische Fachinformationen und Quellen

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Stand: zuletzt aktualisiert am 23.07.2025

Wissenschaftliche Standards:
Dieser Text entspricht den Standards und Vorgaben aus der ärztlichen Fachliteratur, folgt den einschlägigen medizinischen Leitlinien, Veröffentlichungen von Fachgesellschaften sowie aktuellen Studien und wurde von Fachjournalisten geprüft. Mehr zu unseren Qualitätssicherungsstandards

Autoren:

Tatiana Schmid

Tatiana Schmid, Chefredaktion Gesundheit und Ernährung

Tatiana Schmid ist Diplom-Oecotrophologin und eine profilierte Fachjournalistin für Gesundheit, Medizin und Ernährung mit über einem Jahrzehnt redaktioneller Erfahrung. Mehr zur Autorin Tatiana Schmid

Jennifer Hamatschek

Jennifer Hamatschek, Chefredaktion Medizin und Pharmazie

Jennifer Hamatschek hat Germanistik und Pharmazie an der LMU München studiert. Sie ist eine renommierte Fachjournalistin für Medizin und Gesundheit, die seit über 15 Jahren komplexe medizinische Inhalte zielgruppengerecht und evidenzbaisert aufbereitet. Mehr zur Autorin Jennifer Hamatschek

ICD-Codes:

ICD-Codes (International Classification of Diseases) sind weltweit anerkannte medizinische Verschlüsselungen für Diagnosen. Sie werden von Ärzt:innen verwendet, um Krankheiten und Gesundheitsstörungen eindeutig zu klassifizieren und finden sich beispielsweise in Arztbriefen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Abrechnungen mit Krankenkassen.

Quellen:

Fachliche Endprüfung und Qualitätssicherung:

Sandra Winter

Sandra Winter, Gesundheitsredaktion

Sandra Winter ist eine erfahrene Gesundheitsjournalistin mit ausgewiesener Expertise in den Bereichen Ernährungswissenschaften, alternative Heilmethoden und Sportmedizin. Mit über 15 Jahren Erfahrung steht Sandra für vertrauenswürdige, wissenschaftlich fundierte und gut recherchierte Gesundheitsinformationen – immer am Puls aktueller Forschung und Trends in der Gesundheitsbranche. Mehr zu Sandra Winter

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